Gemeinsam Hameln noch lebenswerter gestalten

Hameln ist nicht nur der geografische Mittelpunkt des Landkreises Hameln-Pyrmont. Unsere Stadt ist vielmehr das größte Mittelzentrum des Weserberglands. Hameln ist zudem eine wachsende Stadt: In den letzten Jahren waren viele Zuzüge von ehemaligen Einwohnerinnen und Einwohnern aus der Region Hannover zu verzeichnen. Eine wachsende Stadt bedarf einer vorausschauenden Stadtentwicklung.

Hameln 2030 und das integrierte Stadt­entwicklungs­konzept

Die Vorarbeit, die ich in den letzten Jahren geleistet habe, erweist sich in dieser Hinsicht als hilfreich. So habe ich nach Amtsantritt das große Bürgerbeteiligungsverfahren Hameln 2030 angeschoben: In verschiedenen Podiumsdiskussionen an besonderen Orten im Stadtgebiet, bei Bürgerbeteiligungsformaten vor der Hochzeitshausterrasse, in der Stadtgalerie oder am Bahnhof und in Ideenwerkstätten wurden die Schwerpunkte für die nächsten Jahre in Hameln zusammengetragen und dann gemeinsam vom Rat der Stadt Hameln beschlossen. Die dort festgelegten Maßnahmen und Schwerpunkte sind Orientierung für zukünftige Stadtentwicklungsschwerpunkte. Auf dieser Grundlage konnte auch das neue Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) verabschiedet werden. Das ISEK ist Voraussetzung, um Fördermittel für Bau- und Gesellschaftsprojekte beantragen zu können.

Gemeinsam die Weser ins Zentrum bringen

Die Entwicklung der Weser und der Uferzonen im Sinne einer besseren Aufenthaltsqualität war eine der wesentlichen Forderungen des Verfahrens Hameln 2030. Einer der ersten Schritte war die zunächst temporäre Einrichtung einer Beachbar im Bereich Stockhof für die Sommermonate.

2017 haben wir es als Stadt Hameln geschafft, in das Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ zu gelangen. Dies war die Voraussetzung für die Realisierung von drei Schwerpunkten am Weserufer, die jetzt in Angriff genommen wurden und werden. So konnte der Kinderspielplatz auf der Werderinsel aus diesen Fördermitteln finanziert werden. Als Nächstes steht die Promenade zwischen der Pfortmühle und der Elisabeth-Selbert-Schule an. Hier soll zum einen der Weserradweg besser in den Promenadenbereich integriert werden. Zum anderen soll eine Modernisierung der Sitzgelegenheiten sowie der gesamten Freiflächen erfolgen, um so einen besseren Blick auf die Weser zu ermöglichen.

Für den dritten Abschnitt, den Bereich zwischen dem Europaplatz und dem Stockhof, erfolgte ein Landschaftsplanerwettbewerb, nachdem zuvor ein Bürger- und Anliegerbeteiligungsverfahren wertvolle Hinweise für die Neugestaltung der Flächen gegeben hat. Mit der Umgestaltung soll im Jahr 2023 begonnen werden.

Neben diesen drei vorgenannten Bereichen sollen noch weitere Abschnitte der Weser aufgewertet werden. So soll das sogenannte Upnor-Gelände an der Fischbecker Landstraße für touristische Zwecke und Naherholungsflächen umgestaltet werden. Mit der Aufwertung der Bereiche rund um die Jugendherberge können wir zudem sowohl die Attraktivität des Weserradweges als auch die Angebote zur Naherholung verbessern.

Ein Großprojekt wird die Neugestaltung des Hafenviertels sein. Hierbei handelt es sich um eine Aufgabe, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrecken wird.

Gemeinsam die Hamelner Altstadt erhalten

Im Jahr 1993 endete die umfangreiche Sanierung der Hamelner Altstadt. Leider ist in unserer Altstadt seitdem zu wenig erneuert worden. Zwar gibt es (denkmalgeschützte) Häuser in der Altstadt, die permanent und liebevoll von den Eigentümern saniert und in einem guten Zustand gehalten werden. Doch heute stehen viele Immobilien im Eigentum von Erbengemeinschaften und Immobilienfonds, die nicht vor Ort in Hameln ansässig sind. Der mangelnde Bezug zu unserer Stadt wirkt sich oftmals auch auf den Zustand dieser Gebäude aus.

Hameln ist aber eine Touristenstadt und das Mittelzentrum im Weserbergland. Umso wichtiger ist ein attraktives Erscheinungsbild der Innenstadt einschließlich seiner denkmalgeschützten und stadtbildprägenden Gebäude. Ich habe deshalb im Jahr 2019 angefangen, die Städtebauförderung für denkmalgeschützte Gebäude auszuweiten. Gleichzeitig haben wir über unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft damit begonnen, denkmalgeschützte Immobilien in der Altstadt zu erwerben und zu sanieren. Mit der neu gegründeten gemeinnützigen Altstadt gGmbH der Stadt Hameln können wir diesen Weg fortsetzen.

Um das Quartier Altstadt gesellschaftlich weiterzuentwickeln, habe ich einen Altstadtbeauftragten eingesetzt und die Quartierarbeit „Hameln kann’s“ installiert. So wird neben der Altstadt auch in den Stadtvierteln Nordstadt, Südstadt und dem Kuckuck Quartiersarbeit geleistet.

Ich trete dafür ein, diese Arbeit kontinuierlich fortzusetzen. So möchte ich, dass die Altstadtgespräche weiterhin stattfinden, Altstadtimmobilien durch die Altstadt gGmbH erworben werden und die Quartierarbeit weiterläuft, auch wenn keine Fördergelder mehr ausgeschüttet werden.

Die Verstärkung des Ordnungsdienstes sorgt außerdem für mehr Sicherheit in der Altstadt.

Gemeinsam die Ortschaften weiterentwickeln

Hameln mit seinen elf Ortschaften ist eine starke Gemeinschaft. Dennoch sind zwischen der Kernstadt mit der hohen Bevölkerungsdichte und den ländlich geprägten Ortschaften große Unterschiede vorhanden. Während in den Stadtteilen mithilfe von Quartiersarbeit gegen die Anonymität angearbeitet werden muss, herrscht in den Ortschaften Zusammenhalt durch die dörfliche Gemeinschaft. Unsere Ortschaften haben deshalb auch andere Bedürfnisse als Stadtviertel mit dichter Bebauung.

Für die Zukunft wird es wichtig sein, gerade auch in den Ortschaften gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohnern eine Strategie für die nächsten Jahre zu finden. Welche Infrastruktur neben einer Kindertagesstätte und einer Grundschule ist für die einzelne Ortschaft entscheidend? Benötigen wir zusätzliche Fördergelder für die Schaffung einer moderneren Infrastruktur? Welche Bedürfnisse sind noch vorhanden? Im Zusammenwirken mit den jeweiligen Ortsräten und den Ortsvorstehern möchte ich für jede Ortschaft einen Zukunftsgipfel ausrichten, um diese und ähnliche Fragen zu klären. Die mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeiteten Themen und Ziele sollen dann in einer Agenda für die jeweilige Ortschaft münden.

Gemeinsam die Funktionsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr erhalten

Die Stadt Hameln kann froh sein, in jedem Ortsteil über eine funktionierende Freiwillige Feuerwehr zu verfügen. Diese brauchen wir, um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr im Stadtgebiet dauerhaft sicherzustellen. Längst ist die Feuerwehr nicht nur für Brandeinsätze, sondern auch bei vielen Unfällen, Unwettern und Sondereinsätzen ein unverzichtbarer Teil unseres Gemeinwesens.

Selbstverständlich hat eine gut ausgestattete Freiwillige Feuerwehr ihren Preis. Um auch in Zukunft ihre Funktionsfähigkeit sicherzustellen, haben wir als Stadt bereits das Feuerwehrhaus in Afferde neu gebaut. In Tündern steht ein weiterer Neubau unmittelbar bevor. Ich stehe dafür, auch in Zukunft sukzessive die Feuerwehrhäuser, entsprechend der mit dem Rat der Stadt Hameln verabschiedeten Reihenfolge, zu modernisieren bzw. erforderlichenfalls neu zu bauen.

Gemeinsam mit mir die Landwirtschaft stärken

In den vergangenen Jahren ist in unserer Gesellschaft erfreulicherweise ein Diskussionsprozess über ein verändertes Verbraucherverhalten, einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln, eine artgerechte Tierhaltung und die Frage der Sinnhaftigkeit von Massentierhaltung entbrannt.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe auch im Landkreis Hameln-Pyrmont erheblich zurückgegangen. Die verbliebenen Betriebe gilt es gerade auch im Hinblick auf eine politisch gewollte regionale landwirtschaftliche Produktion zu erhalten. Deshalb dürfen bürokratische Anforderungen nicht überborden.

Gerade vor dem Hintergrund einer bewussteren Ernährung der Bürgerinnen und Bürger und bei einer größtmöglichen Vermeidung von Massentierhaltung ist es wichtig, Betriebe vor Ort zu haben, die für eine regionale, für die Menschen sichtbare Versorgung stehen.

Gemeinsam das Zusammenleben der Nationalitäten gestalten

In meiner Amtszeit habe ich die Stelle für eine Integrationsmanagerin der Stadt Hameln geschaffen. Damit ist es möglich, in einen Dialog zwischen der Stadt, der Stadtgesellschaft und den zu uns gekommenen Menschen zu treten. Die umfangreichen Kontakte und Veranstaltungen tragen zum besseren Kennenlernen und Verständnis der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen bei. Ich habe schon bei meiner Wahl 2014 darauf Wert gelegt, Parallelgesellschaften in unserer Stadt zu verhindern.

Ein Zusammenhalt der Einwohnerinnen und Einwohner Hamelns kann nur durch ein gemeinsames Leben in dieser Stadt entstehen. In meiner Amtszeit habe ich ein Integrationsmanagement eingerichtet und eine Vielzahl an sozialpädagogischen Projekten unterstützt, die das Ein- und das Zusammenleben der verschiedenen Nationalitäten begleiten. So wurde die Quartiersarbeit in der Südstadt installiert, mit dem „Kaisers“ als neuem Treffpunkt im Stadtteil. Diese Arbeit möchte ich auch in den nächsten Jahren weiterhin fördern.

Gemeinsam Hameln als Wohnstandort ausbauen

Unsere Stadt erfreut sich steigender Nachfrage nach Wohnraum. Ein Vorzeigeprojekt ist die Wohnanlage am Bailey Park am Reimerdeskamp. Die in meiner Amtszeit gegründete Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau und Projektentwicklung GmbH hat mit den neu geschaffenen Wohnungen Maßstäbe gesetzt. Die HWG wird im hinteren Bereich des Bailey Parks weitere Wohnhäuser errichten, um dem steigenden Bedarf nach Wohnraum Rechnung zu tragen.

Es ist mir wichtig, auch in der Altbausubstanz in der Innenstadt wieder Wohnraum zu aktivieren. Dies ist ein schwieriges und langwieriges Projekt, da dieses Ziel nur mit bereitwilligen Eigentümern umsetzbar ist. An der Umsetzung dieses Vorhabens möchte ich weiterhin arbeiten.

Daneben ist es wichtig, auch im Bereich der Kernstadt eine sogenannte Nachverdichtung zu verfolgen – also Baulücken zu schließen bzw. an abgängigen Standorten Neubauten zu errichten, um auf diese Art und Weise auch einem allzu großen Flächenverbrauch entgegenzuwirken.

Allerdings kann damit nicht die gesamte Nachfrage nach Wohnraum bedient werden. In meiner Amtszeit ist am Rennacker, im dritten Bauabschnitt der Linkworth in Tündern, dem zweiten Bauabschnitt auf dem Berge in Haverbeck sowie dem Riesackweg und am Einsiedlerbach daher bereits weiterer Raum für eine Familienhausbebauung geschaffen worden. Zukünftige Baugebiete, beispielsweise in Halvestorf, in Welliehausen und in Afferde und Tündern, werden wir als Stadt Hameln brauchen, damit keine Menschen mehr in die Umlandgemeinden abwandern.

Diese Neubaugebiete müssen aber vor dem Hintergrund des Flächenverbrauchs klimafreundlicher ausgestaltet werden, also eine Verwendung von Photovoltaikanlagen, bestimmten Bauprodukten und natürlichen Ausgleichsflächen beinhalten.

Gemeinsam dem Hochzeitshaus neues Leben einhauchen

Unser Hochzeitshaus ist das größte Weserrenaissance-Gebäude in der Stadt. Seit Jahrzehnten ist dort das städtische Standesamt untergebracht. In der nächsten Wahlperiode möchte ich den beschlossenen Weg für einen Umbau im Inneren des Gebäudes beschreiten. Festgelegt haben wir uns auf ein gastronomisches Angebot im Erdgeschoss, das Einrichten eines Bürgersaals im ersten und zweiten Obergeschoss sowie das Anlegen von Verwaltungsräumen im dritten Obergeschoss.

Gemeinsam Freizeit und Tourismus in Hameln ausbauen

Mit drei bis vier Millionen Besuchern pro Jahr ist Hameln eine Tourismusdestination. Allein im Jahr 2019 wurde durch den Tourismus ein Umsatz von über 146 Millionen Euro in Hameln erzielt. Um dieses hohe Niveau zu halten, werden wir auch in den nächsten Jahren einiges tun müssen.

So möchte ich gemeinsam mit der Hameln Marketing und Tourismus GmbH sowie dem Stadtmarketingverein und den örtlichen Institutionen die sich verändernden Gewohnheiten von Touristen, beispielsweise die Tendenz zum Individualtourismus, weiterhin zum Anlass nehmen, unsere Tourismuskonzepte permanent anzupassen. Mein Ziel ist es außerdem, die Anzahl der Übernachtungen in unserer Stadt zu steigern. Damit einher geht das Ziel, die Zahl der Mehrtagestouristen zu erhöhen.

Ein weiterer touristischer Anziehungspunkt ist der Hamelner Weihnachtsmarkt. In meiner Amtszeit ist die Aufgabe der Ausgestaltung des Weihnachtsmarktes in Form einer Konzession an die Hamelner Marketing und Tourismus GmbH übertragen worden. Damit besteht die Möglichkeit, den Weihnachtsmarkt in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln und auch räumlich sowie inhaltlich auszuweiten, damit Hameln nicht den Anschluss an moderne Weihnachtsmarktstandards verliert.

In Kombination mit dem Weihnachtsmarkt ist auch die dauerhafte Etablierung des sogenannten Musicalwinters in der Weihnachtszeit eine weitere Stärkung Hamelns als Touristendestination.

Gemeinsam mehr Wassersportangebote in Hameln

Neben den bestehenden Freibädern und dem Hallenbad Einsiedlerbach ist auch die Realisierung des Tündernsees als Naherholungsgebiet und Wassersportfläche zu forcieren. Die Planung und Umsetzung dieses Vorhabens wird aber aufgrund des derzeit stattfindenden Kiesabbaus noch einige Jahre dauern.