Wahlprogramm 2026–2034

Für ein Hameln, das man sich leisten kann – mit konkreten Vorhaben in 13 Themenfeldern für die Amtszeit 2026 bis 2034.

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Kapitel I

Bildung

Bildung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft. Daher stand die Stärkung unserer Bildungsstrukturen für mich schon in den vergangenen Jahren an oberster Stelle. Gemeinsam haben wir in Hameln Investitionen in hoher zweistelliger Millionenhöhe geschultert, um den Kindern unserer Stadt eine attraktive und vielfältige Bildungslandschaft zur Verfügung zu stellen. Auch künftig möchte ich hier einen klaren Schwerpunkt in meiner politischen Arbeit setzen und weiterhin erheblich investieren. Denn gute Bildung schafft nicht nur Chancen, sondern mindert auch soziale Probleme.

1. Kitas

Aus meiner eigenen Erfahrung als Familienvater weiß ich: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, ist eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt. Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit, den Anspruch auf einen Betreuungsplatz für jedes Kind in unserer Stadt konsequent umzusetzen. Ich möchte sicherstellen, dass unsere Kinder in qualitativ hochwertigen Bildungshäusern betreut werden. Bereits heute leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas und in der Kindertagespflege Großartiges und bereiten die Kleinsten auf das Leben vor. Ich werde mich dafür stark machen, dass die Qualität der Betreuung noch weiter ausgebaut wird. Damit Eltern sich auch in Zukunft auf eine gute Betreuung ihrer Kinder verlassen können.

Um dies zu erreichen, ist eine langfristige Planung unerlässlich. Die Hamelner Stadtverwaltung berechnet jährlich, wie viele Betreuungsplätze in unserer Stadt benötigt werden und ob das vorhandene Angebot die Nachfrage deckt. In den vergangenen Jahren hat die Analyse gezeigt, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen weiter steigt. Aus diesem Grund sind in meiner Amtszeit weitere 418 Ü3-Betreuungsplätze sowie zusätzliche 58 U3-Krippenplätze entstanden. Auf dem Ada-Lessing-Park-Gelände ist außerdem die inklusive Kita Nord mit insgesamt sechs Gruppen entstanden. In der Nordstadt haben wir die Kita Aubuschweg in Fertigbauweise errichtet, die zwei Kita-Gruppen und zwei Krippengruppen beherbergt. Schließlich konnten wir im Jahr 2025 auch die Einweihung der Kita Altes Hallenbad in der Hafenstraße feiern, die mit insgesamt vier Gruppen den Bedarf in der Südstadt abzudecken hilft. Insgesamt hat die Stadt in meiner Amtszeit allein für Kitas in der Trägerschaft der Stadt Hameln rund 15 Mio. Euro in den Ausbau der Betreuungsplätze investiert. Mir war stets wichtig, dass dieser Schwerpunkt im Haushalt unserer Stadt gesetzt wird, denn Familienfreundlichkeit gehört für mich zur DNA unserer Stadt.

Um den Bedarf an Betreuungsplätzen in der Südstadt weiter abdecken zu können, unterstütze ich in meiner Funktion als Oberbürgermeister den Bau einer neuen Kita, der Kita Süd mit vier Gruppen an der Ohsener Straße im ehemaligen Gebäude der City-Post. Damit können weitere 30 U3- sowie 50 Ü3-Betreuungsplätze geschaffen werden.

Großen Handlungsbedarf sehe ich in der Kita Altstadtmäuse. Die Einrichtung an einem einzigartigen Standort in der Altstadt soll saniert werden. Gleiches gilt für die einzige im Waldgebiet gelegene Kindertagesstätte Hamelns – die Kita Waldmäuse auf dem Finkenborn. Diese Baumaßnahme wird voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Auch soll die ehemalige Gaststätte im TC-Heim am Rennacker in eine „Bewegungs-Kita“ umgebaut werden. Dort werden weitere 38 Ü3-Plätze entstehen. Die Kita wird dabei integrativ und heilpädagogisch ausgerichtet sein.

Auch in einigen Ortschaften sehe ich weiterhin Handlungsbedarf, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig zu stärken. So möchte ich den Neubau der Kita Tündern, bestehend aus vier Gruppen, realisieren. Darüber hinaus ist auch im Sünteltal auf dem ehemaligen Gelände des Landschulheims in Unsen (neben dem Waldbad Sünteltal) ein Kita-Neubau geplant.

Neben diesen baulichen Aufgaben werden uns aber auch weitere Herausforderungen begleiten, die ich mit Entschlossenheit angehen werde. Mein klares Ziel ist es, dem Fachkräftemangel im Kita-Bereich entgegenzuwirken. Ebenso möchte ich die Trägervielfalt, die uns in Hameln stark macht, beibehalten und die Leistungsfähigkeit dieser Träger stärken. Dadurch sollen für unsere Kleinsten auch künftig attraktive Einrichtungen mit hoher Bildungsqualität vorgehalten werden.

2. Schulen

Neben den Kitas sind auch die Schulen eines meiner großen Schwerpunktthemen. In den vergangenen Jahren haben wir im Schulbereich bereits viel erreicht bzw. angeschoben. Beispiele für umgesetzte Projekte sind etwa der Bau der neuen Mensa und die Schaffung weiterer Unterrichtsräume für das Viktoria-Luise-Gymnasium am Standort Hermannschule. Auch die Neugestaltung des Außengeländes ist bereits abgeschlossen. Vor wenigen Jahren haben wir das neue Schulzentrum Nord eingeweiht, bestehend aus dem Albert-Einstein-Gymnasium und der Elisabeth-Belling-Gesamtschule. Damit haben wir mit einem Bauvolumen von circa 33 Mio. Euro das größte Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Hameln verwirklicht.

Das Bauprojekt Basbergschule bzw. Niels-Stensen-Schule, inklusive des Baus einer Mensa, für insgesamt 23 Millionen Euro haben wir bereits beginnen können. Damit schaffen wir am Basberg den größten Grundschulstandort Hamelns und sorgen für moderne Unterrichtsbedingungen, eine sanierte Sporthalle sowie eine neue Mensa. Außerdem werden wir voraussichtlich noch in diesem Jahr mit dem Bau einer inklusiven Mensa an der Grundschule Afferde beginnen.

Ich stehe für den Erhalt unserer drei allgemeinbildenden Gymnasien und der beiden Integrierten Gesamtschulen. Darüber hinaus sollen die Wilhelm-Raabe-Schule und die Pestalozzi-Schule zu Stadtteilschulen weiterentwickelt werden. Entscheidend ist für mich hier nicht die Schulform, sondern die Schulart. Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit müssen dabei die übergeordneten Ziele sein. Gemeinsam mit den Schulleitungen möchte ich die Bildungsangebote unserer Stadt weiterentwickeln und alle Schulformen so gestalten, dass für alle Kinder bestmögliche Lernbedingungen vorhanden sind. Im Hinblick auf die Beschulung in der Sekundarstufe II strebe ich daher auch eine enge Kooperation der beiden Integrierten Gesamtschulen an.

Besonderes Augenmerk lege ich außerdem auf die Wilhelm-Raabe-Schule: Mein erklärtes Ziel ist es, sie zu einem Lernort im Quartier weiterzuentwickeln. Mit dem geplanten Neubau des Schulzentrums Süd investieren wir in den kommenden Jahren in eine attraktive Lernlandschaft, die innovatives Lernen und zeitgemäße Unterrichtsgestaltung ermöglichen wird.

Die Hamelner Grundschulen möchte ich auch künftig weiterentwickeln und stärken. Kleinere Grundschulen wie in Halvestorf/Haverbeck oder Hastenbeck sehe ich als wesentliche Bestandteile der Infrastruktur in unseren Ortsteilen. Deshalb möchte ich gerade diese Schulen erhalten, solange das Grundschulangebot im Hinblick auf die Klassenstärke pädagogisch sinnvoll ist. Die Übergänge zwischen Kita und Grundschule sowie zwischen Grundschule und weiterführender Schule möchte ich noch weiter verbessern. Jeder Wechsel der Bildungseinrichtung stellt für einen jungen Menschen eine große Herausforderung dar. Es sollte daher unser aller Ziel sein, die Kinder bei neuen Herausforderungen eng zu begleiten und ihnen die Übergänge so leicht wie möglich zu machen.

Auch diese Vorhaben werde ich weiterhin vorantreiben:

  • Bau eines Schulzentrums Süd am Standort Königstraße als Stadtteilschule
  • Modernisierung und Erweiterung des Schulzentrums West (Theodor-Heuss-Realschule und IGS West)
  • Mittelfristiger Umbau der Pestalozzi-Schule zu einem Grundschulstandort
  • Neubau der Grundschule Rohrsen
  • Neugestaltung des Außengeländes Schulzentrum Nord

3. Gemeinsamer Mensabetrieb durch eine zentrale Einrichtung

Gesundes Essen für unsere Kinder hat für mich oberste Priorität. Ich setze mich für frisch vor Ort zubereitete, hochwertige Mahlzeiten ein, die dauerhaft preisstabil bleiben.

4. Ausbau der Hochschule Weserbergland

Die Hochschule Weserbergland (HSW) hat in Hameln eine zentrale Bedeutung und überregionale Strahlkraft. Ich strebe an, das Studienangebot der HSW gemeinsam mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont und der Hochschule auszuweiten und den Standort weiterzuentwickeln.

Kapitel II

Familie

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Ich möchte sie stärker an der Gestaltung unseres Gemeinwesens beteiligen und ihre Bedürfnisse noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Gleiches gilt für unsere Seniorinnen und Senioren sowie für die vielen Familien in unserer Stadt.

1. Kinder und Jugendliche

Im Stadtrat sollen künftig Kinder- und Jugendfragestunden zu aktuellen Themen stattfinden, die sie besonders betreffen. Zusätzlich lade ich ein- bis zweimal im Jahr (und auch nach Bedarf) zu einem Treffen zwischen Vertretern der Stadtverwaltung und Jugendlichen ein. Dieser gegenseitige Austausch in regelmäßigen Abständen soll dazu führen, die Bedarfe der Jugendlichen noch besser zu erkennen. Außerdem finden bereits heute regelmäßig – etwa ein- bis zweimal im Jahr oder themenbezogen – Jugendkonferenzen statt. Dadurch möchte ich die politische Teilhabe von Jugendlichen noch weiter verbessern.

Bei der Aufwertung unserer Spielplätze haben wir bereits viel erreicht – diesen erfolgreichen Kurs will ich fortsetzen. Mein Ziel bleibt es, unsere Spielflächen zu modernisieren und attraktiver zu gestalten. Die neue Familien-App bündelt alle wichtigen Informationen und Angebote an einem zentralen Ort. Für mich ist es auch in Zukunft wichtig, Familien niederschwellig und zeitgemäß zu unterstützen.

Oft sind es kleine Maßnahmen, die eine Stadt sicherer und familienfreundlicher machen. Auf eine Neuerung haben mich in der vergangenen Zeit viele Eltern angesprochen: die Einführung der Kinderschutzinseln in der Hamelner Altstadt. Sie bieten Kindern – gerade wenn sie allein unterwegs sind – schnelle und unkomplizierte Hilfe. Mein herzlicher Dank gilt den über 30 Gewerbetreibenden in unserer Altstadt, die in Notsituationen als Anlaufstelle bereitstehen.

Die Familienfreundlichkeit unserer Stadt wurde durch die Einführung der FamilienCard noch einmal unterstrichen. Die FamilienCard ermöglicht vielen Familien eine vergünstigte Nutzung städtischer Einrichtungen – aber auch vieler privater Angebote. Als Oberbürgermeister wird es mir auch künftig ein Anliegen sein, die Angebote der FamilienCard beizubehalten und nach Möglichkeit weiter auszubauen.

2. Senioren

Die ARA, der „Treffpunkt für die zweite Lebenshälfte“, ist eine wichtige Säule für Menschen im Alter. Vielfältige Angebote sorgen dafür, dass sich Seniorinnen und Senioren in Hameln nicht einsam fühlen müssen. Die ARA ist ein lebenswerter Ort, dessen Angebote ich weiter ausbauen möchte. Das Seniorenforum, das zuletzt im Jahr 2025 stattfand, ist eine wichtige Informationsbörse und ein Marktplatz für alle Institutionen und Anbieter im Service- und Pflegebereich. Ich werde die Ressourcen bereitstellen, damit sich dieses Format in einem zweijährigen Rhythmus etabliert.

Der Seniorenrat ist die Stimme der älteren Menschen in unserer Stadt. Ihre Teilhabe an politischen Prozessen ist für mich besonders wichtig. Auch die präventiven Hausbesuche durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Hameln haben sich sehr bewährt. Ich trete dafür ein, die präventiven Hausbesuche auch nach Auslaufen der Förderung durch das Land Niedersachsen fortzusetzen. Ebenso hat der Seniorenpflege-Stützpunkt im Eugen-Reintjes-Haus für mich eine zentrale Bedeutung und soll deshalb fortgeführt werden.

3. Fortsetzung des Konzepts „Familie im Zentrum“ (FIZ)

Das Konzept des FIZ ist aus dem Familienleben in Hameln überhaupt nicht mehr wegzudenken. Die Einrichtung hat sich etabliert und leistet mit ihren Beratungs-, Informations- und Serviceangeboten ungemein wichtige Arbeit. Ich werde dabei auch weiterhin auf die zentrale Anlaufstelle im Eugen-Reintjes-Haus sowie auf zielgerichtete, dezentrale Angebote setzen.

Kapitel III

Feuerwehr

Das Ehrenamt ist das unverzichtbare Fundament und der Motor der Freiwilligen Feuerwehren in Hameln. Ohne den freiwilligen Einsatz unserer Feuerwehrleute wären sowohl der Brandschutz als auch die Gefahrenabwehr nicht aufrechtzuerhalten. Das Ehrenamt der Freiwilligen Feuerwehr ist gelebte Solidarität, die Sicherheit vor Ort garantiert. Die Freiwillige Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft.

Deshalb werde ich an der bereits festgelegten Reihenfolge der erforderlichen Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen im Bereich der Feuerwehrhäuser der Ortswehren festhalten. Mein Ziel ist es, eine funktionale und technisch optimale Ausstattung der Ortswehren zu gewährleisten. Auch die Attraktivität des Ehrenamtes wird durch eine gute Ausstattung und ansprechende Gerätehäuser gesteigert. Wer sich ehrenamtlich für die Sicherheit anderer engagiert, der verdient auch ein sicheres Einsatzumfeld!

Auch die Hauptberufliche Wachbereitschaft leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung des Brandschutzes in unserer Stadt. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr ist sie der Garant für die Sicherstellung des Brandschutzes in Hameln.

Kapitel IV

Stadtentwicklung

Hameln ist eine überaus lebens- und liebenswerte Stadt. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, sie stetig weiter voranzubringen. Deshalb setze ich mich auch in Zukunft mit aller Kraft für eine ambitionierte Stadtentwicklung ein. Den erfolgreichen Weg, entlang der Weser neue, attraktive Plätze zum Verweilen zu schaffen, werde ich konsequent fortsetzen. Auch den Hamelner Hafen möchte ich völlig neu denken und hier ein urbanes, lebendiges Quartier entwickeln. Natürlich besteht auch im Herzen der Altstadt weiterhin Entwicklungsbedarf – ebenso wie in den Ortschaften. Auch wenn wir in den vergangenen Jahren, wie etwa im Bailey-Park, viel zusätzlichen Wohnraum geschaffen haben, bleibt dieses Thema weiter im Fokus. Ebenso entschlossen werde ich das Zukunftsprojekt Rathaus angehen.

1. Historische Altstadt

Die historische Altstadt Hamelns hat für mich einen besonderen Stellenwert. Sie ist nicht nur ein Besuchermagnet für jährlich über vier Millionen Tagestouristen. Auch vielen Hamelnerinnen und Hamelnern liegt der historische Altstadtkern ihrer Heimatstadt besonders am Herzen. Leider ist die historische Bausubstanz vielerorts in äußerst schlechtem Zustand, sodass mitunter einzelne Etagen von Häusern oder auch komplette Immobilien nicht mehr für die wohnräumliche oder gewerbliche Vermietung geeignet sind.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich in der vorangegangenen Amtszeit erfolgreich für die Gründung der Altstadt gGmbH eingesetzt. Aufgabe dieser gemeinnützigen Gesellschaft ist es, besonders stadtprägende Gebäude der Altstadt zu erwerben und diese dann zu sanieren. Da Sanierungen im Bereich des Denkmalschutzes besonders kostenintensiv sind und die Gesellschaft nur über ein begrenztes Budget verfügt, wird dies eine langfristige Aufgabe sein. Dennoch tragen wir als Stadt die Verantwortung, das bauliche Erbe vorangegangener Generationen zu bewahren. Denn die historische Altstadt ist ein Markenzeichen dieser wunderbaren Stadt.

Zahlreiche sanierungsbedürftige Immobilien befinden sich in privater Hand und sollen dies auch bleiben. Um den Eigentümern aber eine Hilfestellung bei aufwendigen Sanierungen gewähren zu können, soll die bewährte Förderpraxis für Private fortgeführt werden (Förderprogramm „Lebendige Zentren“). Schließlich hat auch die Stadt ein lebhaftes Interesse daran, dass die Eigentümer besonders stadtprägender Gebäude ihre Immobilien in einem ansprechenden Zustand halten.

Die umfassende Modernisierung der Haupteinkaufsstraßen in der Fußgängerzone ist bereits vor einigen Jahren erfolgt. Zu einer attraktiven Innenstadt gehören für mich auch die angrenzenden Straßen. Besonders die Baustraße soll künftig eine neue Rolle einnehmen. Ausgehend von einem bereits gefassten Ratsbeschluss soll sie grundlegend umgestaltet werden: Es soll ein grüner, barrierefreier Raum entstehen, der sich optisch an die Fußgängerzone anlehnt, ohne Teil von ihr zu sein. Mein Ziel ist spürbar weniger Verkehr und mehr Lebensqualität. Die Details möchte ich dabei im engen Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern sowie den Gewerbetreibenden vor Ort entwickeln.

Es ist eines der am meisten beachteten Gebäude in unserer Stadt – und doch ist es in Teilen seit Jahren wenig genutzt: das Hamelner Hochzeitshaus. In meiner neuen Amtszeit möchte ich diesem bedeutenden Gebäude unserer Stadtgeschichte wieder Leben einhauchen. Die aufwendige Sanierung des Daches mit Sollinger Sandstein ist bereits geschafft. In den kommenden Jahren wird es darum gehen, auf Basis eines entsprechenden Ratsbeschlusses die nächsten Schritte zu gehen. Im unteren Bereich kann ich mir eine gastronomische Nutzung nach wie vor sehr gut vorstellen. In den oberen Bereichen der einen Gebäudehälfte soll nach meiner Ansicht auch künftig das Standesamt verbleiben. Zusätzlich könnten in der obersten Etage bei Bedarf noch weitere Büroräume entstehen. In der mittleren Ebene wünsche ich mir auch weiterhin einen Bürgersaal, der für vielfältige Nutzungen ausgelegt und ausgestattet sein muss. Klar ist, dass ein solches Projekt unter finanziellen Gesichtspunkten langfristig gedacht werden muss. Dennoch bin ich fest entschlossen, in meiner neuen Amtsperiode eine Lösung anzugehen. Dabei werde ich den Bürgerverein Hochzeitshaus auch weiterhin fest mit einbinden.

„Hameln, komm wie du bist“ – für viele Hamelnerinnen und Hamelner gehört diese Veranstaltung zu den Highlights, die unsere Stadt Jahr für Jahr bietet. Während das vielfältige Aktionsprogramm der Hamelner Marketing und Tourismus GmbH (HMT) für beste Unterhaltung sorgt, verleihen bunte Stadtmöbel unserer Innenstadt in diesen Tagen ein besonders lebendiges Flair. Mit mir als Oberbürgermeister wird diese Veranstaltung auch in Zukunft einen festen Platz im Veranstaltungskalender unserer Stadt haben.

Die Sitzgelegenheiten vor der Hochzeitshausterrasse sind äußerst beliebt, nicht nur während des „Rats-Musicals“ und des Rattenfängerspiels, sondern auch bei Veranstaltungen. Bürgerinnen und Bürger haben mich allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass viele Bänke in den Sommermonaten wegen der intensiven Sonne nur bedingt zum Verweilen einladen. Auch dieses Thema möchte ich angehen und die Errichtung eines (mobilen) Schattenschutzes oder eines (weiteren) Sonnensegels durchsetzen. Klimaanpassung bedeutet einerseits mehr Grün in der Stadt, andererseits aber auch konkrete Sonnenschutzmaßnahmen.

2. Hameln an der Weser

Ein Thema, das seit Jahrzehnten in unserer Stadt diskutiert wird, ist die Aufwertung des Weserufers. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich zum einen eine bessere Verbindung der Innenstadt mit der Weser – vor allem aber, dass das Weserufer erlebbarer wird. Daher habe ich bereits in meiner ersten Amtsperiode dafür gesorgt, dass dieses Thema angegangen wird. Nachdem im Jahr 2017 die Förderzusage in Millionenhöhe erfolgte, ging es los mit der Neugestaltung von Teilen der Werderinsel (z. B. Werderspitze, Spielplatz und Skateranlage).

In diesem Sommer erfolgt dann der erste Spatenstich am Stockhof und Europaplatz. Hier wird ein völlig neues Wesererlebnis geschaffen, das es in Hameln noch nie gegeben hat. Die Grünflächen werden komplett neu gestaltet. Das Highlight des Projektes am Stockhof wird aus meiner Sicht der Bau einer Treppe bis an das Weserufer, auf der sich die Bürgerinnen und Bürger nach Herzenslust aufhalten können. Mehr Weser geht nicht!

Die stillgelegte Eisenbahnbrücke, die den Bereich Klein Berkel / Wangelist / Klütviertel mit dem Weserufer nahe der Sumpfblume verbindet, möchte ich nach Möglichkeit als Fußgängerbrücke wieder in Betrieb nehmen. So würde den Bürgerinnen und Bürgern diese praktische Querverbindung aus dem südwestlichen Stadtgebiet wieder zur Verfügung stehen. Außerdem prägt die alte Eisenbahnbrücke nun schon seit Jahrzehnten das Stadtbild am Weserufer. Aus diesen Gründen möchte ich auf ein sog. Ausbietungsverfahren der Deutschen Bahn als Eigentümerin der Brücke hinwirken. Darüber hinaus könnte eine Art Träger- bzw. Förderverein bei der langfristigen Unterhaltung der Brücke wichtige Hilfe leisten.

Zu einer stimmigen Neugestaltung des Weserufers gehört auch, dass der Promenadenbereich am Langen Wall / Pfortmühle nahe der alten Weserbrücke mitgedacht wird. Ich möchte bei der Planung dafür sorgen, dass dieses Gebiet besser mit den Seitenstraßen Wendenstraße und Fischpfortenstraße verbunden wird. Der Landschaftsplanungswettbewerb dazu nimmt Form an: Aktuell werden die Ausschreibung und die ersten Planungsschritte vorbereitet. Ausgehend von der Bäckerstraße bis hin zum Weserufer sollen die öffentlichen Flächen einheitlich gestaltet werden. Hier möchte ich mich auch dafür einsetzen, dass die Gastronomie in der Pfortmühle (ehemals „Böhmerwald“) wiederbelebt wird. Zentrumsnah gelegen und in unmittelbarer Nähe zur Weser hat dieser Standort für mich einen ganz besonderen „Mühlen-Charme“.

Bereits 2025 hat der Rat der Stadt Hameln einstimmig beschlossen, das Upnor-Gelände an der Fischbecker Landstraße entlang der Weser einer Freizeit- und Tourismusnutzung zu widmen. Grünflächen zur Naherholung und Sportflächen mit Wasserbezug sollen in Einklang mit Natur- und Landschaftsschutz realisiert werden. Die aktuellen Mehrheitsverhältnisse im Rat haben eine schnellere Umsetzung jedoch vorerst verhindert und das Projekt auf das Jahr 2029 verschoben. Dieser zeitliche Verzug wäre vermeidbar gewesen: Die Fachplaner haben deutlich gemacht, dass der geplante Bau einer Fahrradbrücke den Entwicklungen auf dem Gelände nicht entgegensteht. Eine pragmatische Kompromisslösung und damit ein sofortiger Start wären also möglich gewesen. Ich setze mich weiterhin dafür ein, dieses wichtige Weserprojekt nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern eine Realisierung deutlich vor 2029 zu ermöglichen.

Durch den Abzug der Briten im Jahr 2014 sind auch im Bereich Fort Luise / Klein Berkel weiträumige Flächen – wenn auch im Hochwasserschutzgebiet – frei geworden (Wouldham Camp). Die Bundesforsten als Eigentümer werden die Reste der einst militärisch genutzten Flächen zurückbauen und das Gelände im unteren, der Weser zugewandten Bereich umfassend renaturieren. Die Maßnahmen werden zu 90 Prozent vom Bund gefördert. Es wird eine Zuwegung zur Weser im südöstlichen Bereich geben. Im oberen Bereich, nahe der Bundesstraße, bleiben Flächen für den Polizeihundeverein und Übungsflächen zur Brandbekämpfung erhalten.

Im Bereich des Hamelner Hafens im Industriegebiet Süd möchte ich gemeinsam mit den Anliegern und auch mit den bisherigen Nutzern des Hafens ein völlig neues Hafen- bzw. Weserquartier entwickeln. Zu diesem Zweck hat die Stadt Hameln vor einiger Zeit das Gelände der alten Wesermühle erworben. Der Gebäudekomplex der ehemaligen Wesermühlen wird samt dem Silo abgerissen. Hier soll ein modernes urbanes Hafenquartier entstehen. Damit kann eine vielfältige Nutzung des Bereiches für Wohnen, Gewerbe und Freizeitgestaltung realisiert werden. Ein intelligenter Übergang zwischen dem urbanen Hafenquartier und dem angrenzenden Industriegebiet Süd ist ein weiteres Ziel. Auch soll eine Neugestaltung des Hafenbeckens selbst innerhalb des neu zu schaffenden Quartiers erfolgen. Dieser Bereich wird ein neues Herzstück unserer Stadt. Andere Städte haben es vorgemacht, wie alte ehemalige Hafenquartiere zu modernen Stadtteilen entwickelt werden.

3. Rathaus

Im Rathaus gibt es sowohl im Langbau als auch im Hochhaus bereits seit Jahren einen großen Sanierungsstau. Neben Problemen beim Brandschutz ist auch die funktionale Gestaltung nicht mehr zeitgemäß. Es gibt Asbestbelastungen und die Elektrik ist stark sanierungsbedürftig. Dies sind nur einige von unzähligen Mängeln, die beide Rathausgebäude leider aufweisen. Ein entsprechendes Gutachten liegt hierzu vor. Im Ergebnis ist eine Sanierung von Langbau und Hochbau des derzeitigen Rathausgebäudes wirtschaftlich nicht sinnvoll. Daher soll die Möglichkeit eines Rathausneubaus geprüft werden. In diese Prüfung soll mit einbezogen werden, ob es zusätzlich Gebäude in der Stadt gibt, in die Teile der Stadtverwaltung ausgelagert werden können. Im digitalen Arbeitsalltag ist es nicht mehr zwingend erforderlich, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im selben Gebäude ihren Arbeitsplatz haben. Ein eventueller Neubau könnte somit kleiner ausfallen und wäre günstiger.

4. Ortsteile

Ich stehe auch in Zukunft für die nachhaltige Stärkung unserer Ortschaften. Deshalb werde ich dafür eintreten, dass das von mir eingeführte Ortschaftsprogramm fortgeführt wird. Auch unsere Ortschaften brauchen Raum für Entwicklung. Deshalb müssen hier weiterhin kleinere, maßvolle Baugebiete entstehen können. Gerade junge Familien möchten sich häufig in den Ortschaften niederlassen und hier ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen. Damit einhergehen muss auch, dass wir die Infrastruktur in den Ortschaften erhalten und stärken. Dies gilt überall dort, wo es sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist.

Um die Attraktivität der Dörfer langfristig sicherzustellen, trete ich auch für eine verbesserte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ein. Beispielhaft für die Weiterentwicklung der Infrastruktur in den Ortschaften ist die Einrichtung eines „Regio Hubs“ in Afferde. Als eine Art „modernes Dorfgemeinschaftshaus“ bieten wir den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur die Möglichkeit zum Aufenthalt in Gesellschaft. Vielmehr wird das Regio Hub auch ein digitales Informationszentrum. Ähnliche Planungen gibt es für das Bürgerhaus im Sünteltal. Außerdem möchte ich auch die Nutzung der Dorffunk-App ausweiten und diese unter Nutzung des Smart-City-Förderprogramms in die App des Landkreises Hameln-Pyrmont integrieren. Zudem bin ich auch weiterhin offen dafür, die regionale Nahversorgung durch digitale Angebote zu ergänzen.

5. Ada-Lessing-Park

Mit dem Abzug der Briten aus Hameln im Jahr 2014 wurde das Areal der ehemaligen Linsingen-Kaserne an der Süntelstraße frei – eine Fläche von der Größe eines ganzen Stadtviertels, die vielfältige Chancen für die Stadtplanung bietet. Bereits vor Jahren hat der Rat der Stadt Hameln die Fläche den Themen Bildung und Gesundheit gewidmet. Im südlichen Teil der Fläche konnten wir erfolgreich den Bau der inklusiven „Kita Nord“ verwirklichen. Im nördlichen Teil des Areals möchte der Landkreis die Neubauten der Elisabeth-Selbert-Schule sowie der Heinrich-Kielhorn-Schule realisieren. Im mittleren Bereich haben wir unter Beteiligung der Hamelner Ratspolitik einen Quartierspark entwickeln können, der sich bereits großer Beliebtheit erfreut und auch von Kitas und Schulen gerne genutzt wird.

In den kommenden Jahren wird es darum gehen, die verbliebenen Flächen auf dem Areal einer Nutzung zuzuführen. Ich möchte hier gemeinsam mit dem Landkreis und der Hochschule Weserbergland (HSW) einen neuen Hochschulstandort in Form eines Wissenschaftsparks entwickeln. Das wäre eine echte Investition in die Zukunft unserer Stadt. Für die verbleibenden freien Flächen möchte ich prüfen lassen, ob ein medizinisches Versorgungszentrum an diesem Standort etabliert werden könnte. Damit möchte ich der Entwicklung entgegentreten, dass die fachmedizinische Versorgung der Menschen im Weserbergland in den letzten Jahren schwieriger geworden ist.

6. Fortführung des Grünen Bandes

Schon in meiner ersten Amtszeit habe ich die Umsetzung eines grünen Bandes von der Nordstadt bis hin zur Weser angeregt. Im Bereich des Bailey Parks ist nun der erste Abschnitt fertig. In Zukunft möchte ich den Lückenschluss zur Weser und zum Ravelin Camp angehen.

7. Wohnungsbau

Der Familienreport hat gezeigt, dass der Bedarf an Wohnungen weiterhin groß ist und dass dieses Thema die Menschen in unserer Stadt besonders bewegt. Auch in vielen Bürgergesprächen ist deutlich geworden, dass wir in Hameln mehr bedarfsgerechten, barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum benötigen. Dieser Bedarf besteht in besonderem Maße in der Hamelner Innenstadt. Deshalb habe ich das Wohnraumversorgungskonzept 2026 erstellen lassen, dessen Umsetzung ich mit hoher Priorität angehen werde.

Ich werde unter Beteiligung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften die Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Infrastrukturfonds des Bundes ausschöpfen und auch in Zukunft für mehr Wohnraum sorgen. Die Wohnraumbedarfsanalyse zeigt genau, welche Wohnungen am dringendsten gebraucht werden. Sie macht deutlich, wo wir zuerst handeln müssen. Die Zeit der großen Baugebiete ist vor dem Hintergrund des demographischen Wandels allerdings vorbei. Dennoch werde ich mich auch zukünftig dafür stark machen, dass kleinere Baugebiete – vor allem in den Ortschaften – ausgewiesen werden.

Für viele Familien ist der Bau eines Eigenheims wesentlicher Bestandteil der Lebensplanung. Eine Stadt, die familienfreundlich sein will, muss diese Möglichkeiten bieten. Daher habe ich mich in den vergangenen Jahren erfolgreich für die Verwirklichung kleiner Baugebiete eingesetzt, z. B. in Klein Berkel am Hummebogen, Auf dem Placken II in Welliehausen, Meierholz in Halvestorf, Auf dem Berge II in Haverbeck oder Hintere Linkworth in Tündern. Bereits vor einigen Jahren hat der Rat der Stadt Hameln auf Antrag der CDU-Ratsfraktion beschlossen, einen kleinen Teil des Ravelin Camps am Rotenberg zwecks Bebauung zu überplanen. Ich stehe auch weiterhin dafür, im Bereich des Ravelin Camps Naturschutz und Wohnbebauung in guter Lage miteinander zu vereinen.

Kapitel V

Sport und Ehrenamt

Dem Ehrenamt galt immer meine besondere Wertschätzung. Dies wird auch in Zukunft so sein. Ich habe in meiner Zeit als Oberbürgermeister unzählige engagierte Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt kennenlernen dürfen, die sich mit viel Herzblut für ein lebenswertes Hameln einsetzen, ohne dass sie dafür eine Gegenleistung erhalten. Ob im Sport, in der Kultur, im Sozialbereich oder auch in der Freiwilligen Feuerwehr – all diese Menschen verdienen unseren Respekt und besondere Anerkennung. Denn es sind diese Menschen, die unsere Stadt mit Leben füllen. Schöne Worte allein bewegen aber nichts. Als Oberbürgermeister stehe ich auch in Zukunft dafür, dass auf wertschätzende Worte verlässlich Taten folgen.

1. Sportstätten

Im Rahmen des Neubaus des Schulzentrums Süd auf dem Gelände an der Königstraße ist der Bau einer neuen Schul- und Vereinssporthalle geplant. Die Ende der 1980er-Jahre eingeweihte Rattenfängerhalle ist Hamelns mit Abstand größte Sport- und Veranstaltungshalle. Nach fast vier Jahrzehnten ist der Gebäudekomplex jedoch in die Jahre gekommen: Der Sanierungsbedarf im zweistelligen Millionenbereich würde eine erhebliche Belastung für den städtischen Haushalt bedeuten. Der Vereinssport und der Schulsport müssen dort aber weiterhin möglich sein.

Ich strebe daher einen Ideenwettbewerb an, der zeigt, wie wir den Raum für Kultur-, Sport- und öffentliche Veranstaltungen optimal aufteilen und gestalten können. Für mich steht aber fest: Eine Stadt unserer Größenordnung braucht ein Sport- und Veranstaltungszentrum, das den Bedürfnissen auch gerecht wird. Ich möchte gemeinsam mit allen relevanten Akteuren, beispielsweise aus dem Bereich des Sports, dem Veranstaltungssegment und der HMT hierüber sprechen.

Bisher wurden in meiner Amtszeit in Klein Berkel, an der Süntelstraße, in Afferde und neben der alten Kampfbahn Kunstrasenplätze neu errichtet bzw. saniert. Kunstrasenplätze haben den Vorteil, dass sie einerseits einen ganzjährigen Sportbetrieb ermöglichen und andererseits in der Unterhaltung wirtschaftlicher als pflegeintensivere Rasenplätze sind. Der Ende 2025 beschlossene Sportentwicklungsplan sieht vor, dass die Sanierungsmaßnahmen rund um die Kampfbahn West nun deutlich umfangreicher ausfallen als zunächst vorgesehen. In Hilligsfeld hinter der Sporthalle soll ein Kunstrasenplatz entstehen, da die derzeitigen Sportflächen aufgrund des Hochwassers und der Untergrundprobleme nur zeitweise nutzbar sind. Auch die Dreyersche Wiese neben dem Weserberglandstadion soll dahingehend untersucht werden, inwieweit hier der Bau eines Kunstrasenplatzes möglich und wirtschaftlich vernünftig ist. Ebenso möchte ich die Sportplätze in Halvestorf, Hastenbeck und Tündern überprüfen.

2. Sportentwicklung

Der im Dezember 2025 beschlossene Sportentwicklungsplan soll umgesetzt werden. Wichtig ist eine engere Verzahnung der Sportvereine mit den Schulen, Kitas und weiteren Trägern. Darüber hinaus sollen in Zukunft auch weitere, zentrale Angebote geschaffen werden (z. B. offenes Sportangebot, „Sport im Park“, „Sporteln am Wochenende“).

3. Sichtbares Ehrenamt

Für mich ist es stets eine Herzensangelegenheit gewesen, den Sportlerinnen und Sportlern meinen Respekt und meine Anerkennung für die gezeigten Leistungen zu zollen. Deshalb ist die Sportlerehrung der Stadt Hameln für mich auch unverhandelbar.

4. Bäder und Tündernsee

Das Südbad hat als größtes Freibad in Hameln eine wichtige Funktion. Das Waldbad Sünteltal hat für mich als Familienbad eine besondere Bedeutung – und zwar über die Grenzen des Sünteltals hinaus. Es muss erhalten werden. Das Waldbad in Halvestorf zeigt in beispielhafter Art und Weise, wie ein Betreiben auf privater Basis ein Erfolgsmodell sein kann. Das Hallenbad „AquaEins“ ist ein zukunftsweisendes modernes Bad und bietet ein völlig neues Badeerlebnis für Familien und Besucher jeden Alters. Darüber hinaus werde ich mich auch in Zukunft für die Verwirklichung des Projekts Tündernsee einsetzen.

Kapitel VI

Finanzen

Damit Hameln attraktiv und wettbewerbsfähig bleibt, sind gezielte Investitionen in unsere Infrastruktur, in Bildung und in bezahlbaren Wohnraum unerlässlich. Um finanzielle Spielräume zu sichern und den städtischen Haushalt zu entlasten, setze ich mich gleichzeitig für Einsparungen bei den laufenden Verwaltungskosten ein. Unsere Stadt braucht ein gesundes Gleichgewicht aus finanzpolitischem Augenmaß und mutigen Zukunftsinvestitionen.

1. Finanzsituation der Stadt Hameln

Die Stadt Hameln ist wie viele andere Städte in Deutschland auf eine auskömmliche Finanzausstattung durch Bund und Land angewiesen, um die staatlichen Aufgaben wahrnehmen zu können. Es ist weiterhin erklärtes Ziel, mit den kommunalen Spitzenverbänden eine bessere Ausfinanzierung für unsere Städte zu erreichen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir uns vor Ort nur zurücklehnen und ausschließlich auf die Unterstützung von Bund und Land verlassen. Auch Rat und Verwaltung als Verantwortungsträger vor Ort werden weiterhin auf Ausgabendisziplin bedacht sein müssen, um die Stadt mit Blick auf den Haushalt finanziell handlungsfähig zu halten.

2. Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ)

Die Stadtverwaltung sorgt tagtäglich dafür, dass unsere Stadt funktioniert. Viele ihrer Aufgaben sind gesetzlich vorgeschrieben: Sie müssen zwingend erfüllt werden und lassen sich nicht einfach einsparen. Meine feste Überzeugung ist aber: Nicht alle dieser Aufgaben muss die Stadt Hameln allein wahrnehmen – wir können und sollten unsere Kräfte mit anderen Städten und Gemeinden bzw. dem Landkreis bündeln und vermehrt zusammenarbeiten. Auf diese Weise sind Einsparungen für den städtischen Haushalt möglich.

Eine solche IKZ habe ich in meinen bisherigen Amtszeiten bereits im Bereich der „Zentralen Vergabestelle“ etabliert. Ebenso habe ich erfolgreich darauf hingewirkt, dass es ein Zusammengehen der Rechnungsprüfungsämter der Stadt Hameln und des Landkreises Hameln-Pyrmont gibt. Darüber hinaus strebe ich an, dass Ausländerrechtsangelegenheiten sowie Aufgaben im Zusammenhang mit dem Wohngeld gemeinsam mit dem Landkreis bewältigt werden. Für mich gilt: Zusammen sind wir stark!

Kapitel VII

Moderne Verwaltung

Mir ist wichtig, dass unsere Hamelner Stadtverwaltung zeitgemäß arbeitet und für die Bürgerinnen und Bürger ein breites, serviceorientiertes Angebot vorhält. Viele Formalitäten lassen sich bereits bequem online erledigen. Auf diesem Fundament möchte ich aufbauen und das digitale Angebot konsequent erweitern. Darüber hinaus ist es mir ein besonderes Anliegen, die Bürgerinnen und Bürger bei Entscheidungen von Rat und Verwaltung mitzunehmen und einzubinden.

1. Bürgerforen

Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern hat für mich einen besonderen Stellenwert. Schließlich haben die politischen Entscheidungen Einfluss auf ihr alltägliches Leben in dieser Stadt. Deshalb habe ich regelmäßig Bürgerforen veranstaltet, im Rahmen derer ich mich mit den Bürgerinnen und Bürgern ausgetauscht habe. Ob beispielsweise im Klütviertel, in Klein Berkel, im Basbergviertel, in der Südstadt oder in der Nordstadt: Die Veranstaltungen waren stets gut besucht und die Atmosphäre war immer konstruktiv und fruchtbar. Ich möchte auch in Zukunft von Angesicht zu Angesicht hören, wie sich meine Entscheidungen und auch die Entscheidungen der Ratspolitik im Leben der Menschen auswirken. Mit mir als Oberbürgermeister werden Sie auch künftig ein Stadtoberhaupt erleben, das mit den Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe kommuniziert und kritische Ansätze in seine Entscheidungen mit einbezieht.

2. Überarbeitung der Homepage und Ausbau der Social-Media-Präsenz

Ein moderner Bürgerservice lebt vom direkten Dialog. Ich möchte, dass Hameln seine Bürgerinnen und Bürger dort erreicht, wo sie sich im Alltag informieren. Dafür werden wir unsere Social-Media-Kanäle in Zukunft noch gezielter nutzen. Gleichzeitig entwickeln wir die städtische Homepage konsequent zu einem intuitiven, barrierefreien Portal weiter, auf dem Informationen und digitale Dienstleistungen mit wenigen Klicks zu finden sind.

3. Digitalisierung

In den letzten Jahren ist im Bereich der digitalen Angebote unserer Stadt bereits eine Menge passiert. So können wichtige Urkunden wie Geburts-, Ehe- oder Sterbeurkunden ganz bequem online beantragt werden, ohne dass ein Besuch im Rathaus oder Standesamt erforderlich ist. Mit der Nutzung der BundID sind aber auch viele weitere digitale Leistungen der Stadtverwaltung sicher und unkompliziert abrufbar. Zudem können viele Anträge bei der Verwaltung bereits heute online gestellt werden. Auch vielfältige digitale Bezahlmöglichkeiten gehören zum heutigen Standard.

Bereits zu Beginn meiner Amtszeit habe ich eine „Mängel-App“ eingeführt, durch die Bürgerinnen und Bürger schnell und unkompliziert Missstände zur Behebung melden, die ihnen im Alltag auffallen. Auch die umfassende Erweiterung der städtischen digitalen Angebote (Kita-Portal, FerienCard, Familien-App etc.) in den vergangenen Jahren zeigen, dass wir als Stadt hier auf einem guten, zeitgemäßen Weg sind. Mit mir als Oberbürgermeister wird dieser Weg auch in Zukunft fortgesetzt.

Kapitel VIII

Sicherheit und Ordnung

Ein Sicherheitsgefühl und eine saubere Erscheinung sind die Visitenkarte einer Stadt. Dies gilt ausdrücklich nicht nur für die vielen Touristen, die uns aus aller Welt besuchen. Auch für die Einwohnerinnen und Einwohner ist es die Basis für den Wohlfühlfaktor, den man sich in seiner Heimatstadt zurecht wünscht.

1. Sauberkeit

Hameln muss noch sauberer werden. Dazu gehört es auch, die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren und auf mehr Sauberkeit zu achten. Aber auch die Stadt Hameln muss ihren Beitrag leisten. Deshalb strebe ich eine dauerhaft höhere Taktung der Grundreinigungen in unserer Stadt an.

2. Reaktivierung und Sanierung von Toilettenanlagen

In unserem Stadtgebiet befinden sich an verschiedenen Stellen (z. B. am Friedhof Deisterstraße oder unter der Hochstraße am Brückenkopf) Toilettenanlagen, die über die Jahre aus unterschiedlichsten Gründen stillgelegt worden sind. Im Innenstadtbereich etwa gibt es derzeit kein barrierefreies öffentliches WC. Ich bin der Meinung, dass die Zahl der öffentlichen WC-Anlagen im Stadtgebiet erhöht werden muss. Der Anfang soll am Kopmannshof gemacht werden – in enger Abstimmung mit den Stadtwerken, die die Tiefgarage betreiben.

3. Sicherheit im öffentlichen Raum

Zu einer lebens- und liebenswerten Stadt gehört auch, dass sich die Einwohnerinnen und Einwohner zu jeder Zeit sicher fühlen. Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern hat diese „gefühlte Sicherheit“ in den vergangenen Jahren allerdings nachgelassen. Daher hat die Stadtverwaltung in meiner vergangenen Amtsperiode ein neues Sicherheitskonzept mit dem Titel „Hameln bleibt sicher“ erarbeitet. Dieses beinhaltet zum einen präventive Maßnahmen, die dazu führen sollen, dass Kriminalität und ein damit verbundenes mangelndes Sicherheitsgefühl gar nicht erst entstehen. Damit verbunden ist aber auch ein strikteres Vorgehen des städtischen Ordnungsdienstes, der eine zentrale Rolle dabei spielt, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Er arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Durch die Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei wird dieses Anliegen mit Leben gefüllt. Bei überzogenem Lärm, Vermüllung, Gewalt oder Übergriffen wird entschieden vorgegangen. Dies gilt insbesondere an problematischen Orten wie dem Bahnhofsvorplatz, dem Rathausplatz oder dem Zentralen Omnibusbahnhof nahe der Innenstadt.

4. Bevölkerungsschutz im Krisenfall

Energiekrise, Bombenfunde, Pandemie, Stromausfälle, Hochwasser – in den vergangenen Jahren haben wir alle gemeinsam Situationen erlebt, in denen wir auf ein funktionierendes Krisenmanagement angewiesen waren. Mir haben diese Situationen vor Augen geführt, wie wichtig es ist, die Lösung solcher Krisen vernünftig vorzubereiten. Jede und jeder muss im Krisenfall wissen, was er zu tun hat. Auch die Stadt Hameln muss entsprechende Strukturen schaffen, damit Krisen gelöst werden. Dass wir das können, haben wir jüngst im Fall des Bombenfundes auf dem BHW-Gelände gezeigt.

Eine optimale Vorbereitung auf solche Krisenfälle hat viele Bausteine: Die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung steht an vorderster Stelle. Aber auch die Schaffung von Schutzräumen für die Menschen oder Notfallkonzepte für kritische Infrastruktur (z. B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Energieversorger) gehören dazu. Mit mir als Oberbürgermeister wird unsere Heimatstadt auch künftig gut vorbereitet sein, wenn es darum geht, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.

Kapitel IX

Wirtschaft und Tourismus

Als Oberbürgermeister werde ich mich auch künftig mit voller Kraft für beste Rahmenbedingungen unserer Unternehmen vor Ort einsetzen. Genau wie für alle Bürgerinnen und Bürger gilt: Für unsere Wirtschaft war und bleibe ich stets persönlich ansprechbar. Manchmal sind es gerade die kleinen Probleme, die der lokalen Wirtschaft Kopfzerbrechen bereiten. In diesen Fällen muss auch mal schnelle Hilfe auf dem kurzen Dienstweg erfolgen, zum Beispiel bei Fragen zu Förderanträgen. Gleiches gilt für die größeren Anliegen, etwa beim Ausloten von Erweiterungsmöglichkeiten oder bei der Suche nach neuen Unternehmensstandorten. Ein Faktor in unserer Wirtschaft ist der Tourismus. Hier werde ich mit planvollem Vorgehen auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Rattenfängerstadt Anziehungspunkt für Millionen von Touristen bleibt.

1. Tourismus

Aufgrund der Rattenfängersage und der historischen Altstadt ist Hameln ein Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Ein Tourismusstandort lebt von einer ständigen Weiterentwicklung der Angebote. Deshalb möchte ich das von der Hamelner Marketing und Tourismus GmbH (HMT) entwickelte Kulturtouristische Gesamtkonzept Schritt für Schritt umsetzen.

2. Wirtschaftsförderung

Die Hamelner Wirtschaft ist eine tragende Säule unserer Stadt. Allein durch Gewerbesteuerzahlungen ist sie daran beteiligt, dass die Stadt Hameln ihre vielfältigen Aufgaben überhaupt finanzieren kann. Schon aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Stadt stetig Flächen vorhält, auf denen sich neue Betriebe ansiedeln oder sich bereits ansässige Unternehmen erweitern können. Deshalb trete ich auch in Zukunft dafür ein, dass wir weitere Flächen für Gewerbegebiete ausweisen. Beispielhaft dafür stehen die Erweiterungen der Gebiete Afferde Ost an der Bundesstraße 1 und das Lange Feld, ebenfalls in Afferde gelegen. Darüber hinaus sollen weitere Flächen geprüft werden.

Das Leerstandsprogramm „Hameln handelt“ geht auf meine Initiative zurück. Dieses Programm gibt gründungswilligen Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit, Mietkostenzuschüsse zu erhalten. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Hameln konnte bisher 38 Anträge bewilligen. 24 der geförderten Geschäftskonzepte haben noch immer geöffnet und tragen zur Attraktivität der Innenstadt bei. Auf diese Weise möchte ich auch in Zukunft mutige Menschen dabei unterstützen, den Einzelhandel und die Gastronomie unserer wunderbaren Altstadt zu beleben.

Die Gründung eines Wirtschaftsförderungsvereins ist aus meiner Sicht ein wirksames Instrument, um lokale Unternehmen stärker zu vernetzen, die Attraktivität unseres Standortes zu steigern und gemeinsame Projekte zu finanzieren. Ein solcher Verein bündelt Interessen und bietet eine strukturierte Plattform für Informationen.

Kapitel X

Kultur

Eine lebendige Kulturlandschaft gehört für mich ebenso zu unserer Stadt wie die Weser. Kulturelle Angebote sind heutzutage ein Standortfaktor, wenn es darum geht, Unternehmen von einer Ansiedlung in unseren Stadtgrenzen zu überzeugen. Nicht zuletzt ist Kultur aber auch für die Einwohnerinnen und Einwohner Hamelns ein Ausdruck von Lebensqualität. Eine familien- und seniorenfreundliche Stadt wie die unsere muss daher aus meiner Sicht auch ein ansprechendes Kulturprogramm bieten.

1. Städtische Einrichtungen

Theater, Stadtbücherei und Museum sind für mich ein unverzichtbarer Bestandteil der Kulturlandschaft unserer Stadt. Diese Einrichtungen möchte ich auch in Zukunft nicht nur erhalten, sondern zeitgemäß weiterentwickeln. Dabei ist es mir besonders wichtig, das Ehrenamt mit einzubeziehen: Denn sowohl im Verein „Freunde des Theaters Hameln e.V.“ als auch im Museumsverein oder in der Bibliotheksgesellschaft zeigen Ehrenamtliche beispielhaft, wie erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit unsere Stadt bereichert.

Eine Stadtbücherei muss mit der Zeit gehen, um für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu sein. Daher ist es mein erklärtes Ziel, unseren „Dritten Ort“ weiterzuentwickeln. Das bedeutet, dass die Stadtbücherei neben dem Arbeitsplatz und dem eigenen Zuhause derjenige Ort ist, an dem sich Einwohnerinnen und Einwohner gerne aufhalten, sich bilden und in Kontakt mit anderen kommen. Ein erster Schritt ist hier bereits getan. Dank der Fördermittel des Landes konnten wir das sog. „Grüne Labor“ einrichten. Dabei handelt es sich um einen ansprechend eingerichteten separaten Bereich in der Pfortmühle, in dem sich Interessierte rund um die Themen Umwelt- und Klimaschutz informieren und sich austauschen können. Als nächsten Schritt möchte ich die Einrichtung eines sog. „Regio Hubs“ angehen. Dabei handelt es sich um einen multifunktionalen Ort, an dem sich Menschen treffen können und der digitale Teilhabe für alle ermöglicht. Die Stadtbücherei soll dadurch ein Zentrum für Bildung und bürgerschaftliches Engagement werden.

Dazu gehört für mich auch, dass die Gastronomie in der Pfortmühle (ehemals „Böhmerwald“) wiederbelebt wird. Zentrumsnah gelegen und in unmittelbarer Nähe zur Weser hat dieser Standort für mich einen ganz besonderen „Mühlen-Charme“.

2. Freie Träger

Nicht alle Aufgaben im Bereich der Kultur müssen und können von der Stadt Hameln selbst wahrgenommen werden. Deshalb freue ich mich, dass wir in diesem Bereich über starke Partner verfügen, welche die Kulturlandschaft unserer Stadt nachhaltig prägen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es viele Kulturschaffende gibt, die ehrenamtlich und mit viel Herzblut dafür sorgen, dass es ein so reiches Angebot im Bereich Kultur gibt.

Zu diesen starken Partnern gehört für mich auch die Sumpfblume. Bereits seit meiner Tätigkeit als Beiratsvorsitzender vor vielen Jahren habe ich ein besonderes Verhältnis zur „Sumpfe“. Sie ist für viele Einwohnerinnen und Einwohner viel mehr als einfach nur Gastronomie am Weserufer. Vielmehr bietet die Sumpfblume über das ganze Jahr ein buntes und vielfältiges Kulturprogramm. Die Sumpfblume gehört einfach in unsere Stadt.

Kultur geht nicht ohne Kunst! Deshalb freue ich mich, dass es Künstlerinnen und Künstler und Zusammenschlüsse von Künstlern gibt, die unsere Stadt mit ihrer Arbeit bereichern. Ob bei Artes Wesera im Bürgerhus, ob bei der Arche im Haspelmathturm oder beim Kunstkreis am Bürgergarten – die Hamelner Kunstszene lebt und kann sich auch in Zukunft auf meine Unterstützung verlassen.

Kapitel XI

Umwelt- und Klimaschutz

Umwelt- und Klimaschutz sind fundamentale Zukunftsaufgaben, die wir mit aller Ernsthaftigkeit anpacken müssen. Mir geht es darum, die Lebensgrundlagen und die Lebensqualität für kommende Generationen zu sichern. Für mich zählen keine theoretischen oder ideologischen Diskussionen, sondern messbare Erfolge beim lokalen Umweltschutz und nachhaltige Klimaanpassungsmaßnahmen. Wir brauchen einen klaren Blick für das Machbare.

1. Mehr Grün in der Innenstadt und klimaresiliente Fußgängerzone

Eine grüne Stadt ist mir wichtig. Bäume, Stauden und Blumen sind gut für das Klima, sorgen für Schatten und Wohlgefühl. Daher habe ich auch unter anderem stets erfolgreich für ein „Grünes Band“ vom Ravelin Camp am Rotenberg bis hin zum Upnor-Gelände an der Fischbecker Landstraße geworben. Bereits 2021 bin ich mit dem Versprechen angetreten, bis 2026 insgesamt 3.000 zusätzliche Bäume zu pflanzen – und zwar über die gewöhnliche Ersatzpflanzung hinaus. Dieses Projekt konnte bereits im Frühjahr dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen werden. Auch in Zukunft werde ich mit Nachdruck für Anpflanzungen eintreten – und zwar überall dort, wo eine Neuanpflanzung sinnvoll ist.

Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Grün in unserer Innenstadt – und ich teile diesen Wunsch ausdrücklich. Da in diesem Bereich die unterirdische Infrastruktur (Kabel, Versorgungsleitungen) recht sensibel ist und das Wurzelwerk diese zerstören könnte, ist die Anpflanzung von Bäumen hier leider nur eingeschränkt möglich. Deshalb werden in Kürze mobile Grüninseln mit eigenen Beregnungsanlagen in der Altstadt aufgestellt.

2. Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes und des Klimaanpassungskonzeptes

Der Rat der Stadt Hameln hat im Jahr 2023 ein eigenes Klimaschutzkonzept verabschiedet. Ziel des Konzeptes ist es, die Klimaneutralität der Rattenfängerstadt im Jahr 2035 bzw. spätestens 2045 zu gewährleisten. Ich stehe für eine konsequente Umsetzung der einzelnen Maßnahmen, um die für Hameln gesetzten Klimaziele auch zu erreichen. Unser Klimaanpassungskonzept ist beschlossene Sache – jetzt geht es um die zügige und konsequente Umsetzung. Das Klimaanpassungskonzept ist ein politischer und gesellschaftlicher Fahrplan für die kommenden zehn Jahre, der aufzeigt, wie sich unsere Stadt vor negativen Folgen des Klimawandels schützen kann. Insgesamt 30 umfassende Maßnahmen in den Themenfeldern „Bevölkerungsschutz und Extremwetter“, „Strukturen schaffen“, „Gesundheit und Sensibilisierung“, „Grün in der Stadt und am Gebäude“ sowie „Naturräume und Bodenschutz“ sollen die Bevölkerung und auch die Hamelner Infrastruktur widerstandsfähiger machen, um die Lebensqualität langfristig zu verbessern.

3. Hochwasserschutz und Erneuerung des Weserdeiches in Tündern

Das Weihnachtshochwasser 2023 hat uns allen noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass ein tragfähiger Hochwasserschutz unabdingbar ist. Die bestehenden Hochwasserschutzmaßnahmen sind für die Zukunft nicht ausreichend. Deshalb werden entlang der Weser in den kommenden Jahren weitere Maßnahmen erfolgen, für die bereits Landesmittel zugesagt worden sind. Auch der Weserdeich in Tündern muss erneuert werden. Ich werde in diesem Bereich auch in Zukunft Verantwortung übernehmen. Denn die Menschen erwarten zurecht, dass alles Erforderliche getan wird, um sie und ihr Eigentum vor einem drohenden Hochwasser zu schützen.

4. Reaktivierung von Brunnen

Die Stadt Hameln verfügt über insgesamt 18 Brunnen – viele von ihnen sind über die Jahre aus unterschiedlichsten Gründen stillgelegt worden. Gemeinsam mit dem Stadtrat möchte ich darüber verhandeln, wie die Zukunft dieser Brunnenanlagen aussehen soll. Für einige mag ein Rückbau in Betracht kommen. Andere lassen sich möglicherweise auch wieder in Betrieb nehmen oder können an einen anderen Ort versetzt werden. Brunnen bedeuten nicht nur Lebensqualität im öffentlichen Raum, sondern können auch als Klimaanpassungsmaßnahme sinnvoll sein.

5. Lüders Teich

Lüders Teich – bei vielen Bürgerinnen und Bürgern fast schon in Vergessenheit geraten – befindet sich zwischen Hafenstraße und Fröbelweg hinter der Kita „Altes Hallenbad“. Der jetzige Zustand ist aus meiner Sicht unbefriedigend. Daher werde ich mich in den nächsten Jahren für eine Aufwertung dieses Bereichs einsetzen.

Kapitel XII

Soziales

Das soziale Miteinander in unserer Stadt möchte ich weiter stärken und fördern. In den vergangenen Jahren haben wir in dieser Hinsicht bereits einige Projekte angestoßen. Es wird jetzt darauf ankommen, sich nicht auf ersten Erfolgen auszuruhen. Vielmehr gilt: am Ball bleiben!

1. Quartiersarbeit

Kernstück der Quartiersarbeit ist die Initiative „Hameln kann’s“. Mit diesem Format haben wir in Hameln in den letzten Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Ob Nachbarschaftstreff in der Altstadt, Begegnungstreff im Kuckuck, Nordstadtrunde oder Südstadttreff: Überall sind die ungezwungenen Treffen auf viel Zuspruch gestoßen und haben einen guten Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben der Menschen geleistet. Gemeinsam haben die Teilnehmer Ideen für die Verbesserung des Wohnumfeldes erarbeitet. Dieser Prozess hat dazu beigetragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identität des jeweiligen Stadtteils zu stärken. Diese Erfolgsgeschichte möchte ich unbedingt fortschreiben.

2. Integrationsmanagement

Mit der Quartiersarbeit eng verbunden ist das Integrationsmanagement. In meiner Amtszeit habe ich die Integration in den Vordergrund gerückt und das Integrationsmanagement ins Leben gerufen. Dabei werden Menschen mit Migrationshintergrund Hilfestellungen unterschiedlichster Art angeboten (z. B. Unterstützung bei Amtsgängen, Vermittlung von Sprachkursen, Zugang zu Qualifizierungsmaßnahmen). Wir haben viele Menschen unterschiedlicher Herkunft in unserer Stadt. Um sie bestmöglich zu integrieren, halte ich ein entsprechendes Angebot für zwingend erforderlich. Ich möchte das Integrationsmanagement daher auch in Zukunft fortführen.

3. Kinderarmut

Auch in unserer Stadt sind viele Familien auf Transferleistungen angewiesen. Diese Familien möchte ich auch in Zukunft entschlossen unterstützen. Bereits heute gibt es in unserer Stadt einige Angebote, die insbesondere sozial schwachen und einkommensschwachen Familien das Leben erleichtern. Dies sind zum Beispiel der stark vergünstigte Ferienpass in den Schulferien oder auch die kostenlose Ausgabe von Schulmaterialien über die Hamelner Kreidetafel. Zudem haben wir 2023 das Kultursozialticket ins Leben gerufen, das sozial schwächer gestellten Menschen die Teilnahme an Veranstaltungen im Theater, in der Sumpfblume, bei der Hamelner Kantorei in der Marktkirche, im Museum und in der Stadtbücherei ermöglicht.

Darüber hinaus werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den dezentralen Familienbüros in den Kitas dahingehend geschult, zukünftig auch Leistungsberatung für die Eltern anbieten zu können. Mit dem „Bündnis für Kinderarmut“ gibt es zudem ein funktionierendes Netzwerk, in dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichster Verbände, Institutionen, Gruppen und Personen Projekte zur Bekämpfung von Kinderarmut initiieren.

Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang auch, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu verbessern. Nur wenn es uns gelingt, einkommensschwachen Familien den Rücken freizuhalten, haben diese Menschen auch die Chance, die eigene Erwerbssituation nachhaltig zu verbessern. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für mich ein aktiver Beitrag gegen Kinderarmut. Das bisherige städtische Angebot der Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen hat bereits einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet. Durch die Umwandlung in eine Ganztagsbeschulung werden sich die Bildungschancen unserer Kinder noch deutlich erhöhen.

4. Inklusion

Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung ist für mich eine Herzensangelegenheit. Echte, gelebte Inklusion bedeutet für mich viel mehr als einfach nur Barrierefreiheit. Die Kita Nord im Ada-Lessing-Park ist dabei ein absolutes Vorzeigeprojekt geworden, das niedersachsenweite Beachtung gefunden hat. Alle sechs Gruppen sind inklusiv ausgestaltet. Im Jahr 2023 hat sich unsere Stadt im Rahmen der „Special Olympics World Games Berlin“ als Gastgeber der slowakischen Athleten engagiert und für ein echtes Leuchtturmprojekt gesorgt. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Hameln-Pyrmont e.V. haben wir inklusive Veranstaltungen und ein buntes Rahmenprogramm angeboten. Wichtig ist mir auch, den gewählten Behindertenbeirat stets mit einzubeziehen.

5. Ärztliche Versorgung in Hameln

Bislang ist die ärztliche Versorgung in Hameln stets gegeben gewesen. In den vergangenen Jahren ist es jedoch zusehends schwieriger geworden, offene Facharztstellen in unserer Stadt nachzubesetzen. Ich werde mich in den kommenden Jahren dafür stark machen, dass die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft auf eine verlässliche Gesundheitsversorgung bauen können. Dafür kann es sinnvoll sein, vermehrt auf sog. medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu setzen – möglicherweise auch mit kommunaler Beteiligung.

Kapitel XIII

Verkehr und Mobilität

Verkehr und Mobilität sind in unserer Stadt nach wie vor wichtige Themen, an denen ich auch in Zukunft arbeiten werde.

1. ÖPNV

Die Anbindung unserer Ortsteile ist in Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr mitunter verbesserungswürdig. Dies gilt insbesondere in den Randzeiten, also z. B. an den Wochenenden oder auch in den Abendstunden. Aus Gesprächen mit Menschen aus den Hamelner Ortsteilen weiß ich: Hier ist noch Verbesserungspotenzial! Aus diesem Grund werde ich nach meiner erneuten Wahl mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont als Aufgabenträger sowie mit den Öffis Hameln-Pyrmont in Dialog treten mit dem Ziel, unsere Ortschaften besser an die Innenstadt anzubinden. Schließlich stärkt das die Attraktivität unserer Ortsteile und ist obendrein noch gut für das Klima.

2. Straßen

Bereits im Jahr 2015 hat der Rat der Stadt Hameln auf meine Initiative hin ein Straßenmodernisierungskonzept beschlossen. Dieses Konzept ist gemeinsam mit der Ratspolitik stetig weiterentwickelt worden. Ich stehe dafür, dass auch in Zukunft konsequent, aber mit Augenmaß in unser städtisches Verkehrsnetz investiert wird.

3. Radverkehr

Ein Bestandteil des Verkehrsmodernisierungskonzeptes ist das Teilkonzept „Fahrradfreundliches Hameln“. Gemeinsam haben wir unter Mitarbeit der Fahrradbegleitkommission schon viel erreicht. Beispielsweise haben wir auf der Scharnhorststraße, auf der Sedemünder Straße oder der Weserstraße in Tündern Fahrradstraßen eingerichtet. Außerdem wurde der Weserradweg bei Wehrbergen ausgebaut, am Bürgergarten ist ein ganz neuer Radweg entstanden und es wurden Grünpfeile an Ampelanlagen für Fahrradfahrer geschaffen. Zudem haben wir den Radwegeausbau von der Jugendherberge bis hin zum Upnor-Gelände durch das Förderprogramm „Radnetz Deutschland“ umsetzen können. Ich stehe auch weiterhin dafür, Hameln noch fahrradfreundlicher zu machen. Mein Ziel ist eine moderne Verkehrsplanung, die für ein faires Miteinander auf den Straßen sorgt. So schaffen wir eine Infrastruktur, von der alle Hamelnerinnen und Hamelner profitieren.

4. Südumgehung

Der Bau der Südumgehung fällt zwar nicht in die Zuständigkeit der Stadt Hameln, ist aber für den Erhalt der Wohnqualität unbedingt erforderlich. Durch Hameln führen insgesamt drei Bundesstraßen, sodass insbesondere der Schwerlastverkehr in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erheblich zugenommen hat.

5. Sperrung von Straßen

Die vorübergehende Sperrung des 164er Rings hat im Scharnhorstviertel verständlicherweise für Unruhe gesorgt. Auch wenn diese Maßnahme durch eine Mehrheitsentscheidung im Rat gegen meine Überzeugung beschlossen wurde, bleibt meine Haltung klar: Der 164er Ring ist eine unverzichtbare Lebensader für die Anwohner, Kunden und Gewerbetreibenden vor Ort. Als Oberbürgermeister stehe ich für eine Verkehrsplanung, die im engen Dialog mit den Betroffenen entsteht. Weitreichende Straßensperrungen darf es nur dann geben, wenn sie Teil eines schlüssigen Gesamtkonzepts sind und die Interessen der Menschen vor Ort von Anfang an berücksichtigt werden.

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